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Fritz-Albert Popp: Der Biophysiker hinter der Biophotonentheorie

Fritz-Albert Popp (1938 bis 2018) war ein deutscher Biophysiker, der 1974 an der Universität Marburg die ultraschwache Photonenemission lebender Zellen nachwies und dafür den Begriff „Biophotonen“ prägte. Aus seinen Messungen entwickelte er die Biophotonentheorie, nach der ein kohärentes Lichtfeld in der DNA die Kommunikation und Regulation des Organismus steuert. Die Messung ist anerkannt, die Theorie umstritten. Leben, Werk und Rezeption.

Redaktion transpersonal.de· Stand:

Redaktionell erstellt anhand offengelegter Quellen. Kein Ersatz für psychotherapeutischen oder ärztlichen Rat.

Leben

Fritz-Albert Popp wurde am 11. Mai 1938 in Frankfurt am Main geboren. Er studierte Experimentalphysik in Würzburg, promovierte 1969 in Mainz in theoretischer Physik und habilitierte sich 1973 an der Universität Marburg in Biophysik. Sein Thema war die Frage, warum bestimmte polyzyklische Kohlenwasserstoffe krebserregend sind und andere chemisch fast identische nicht. Popps Antwort: Die krebserregenden Moleküle absorbieren Licht bei 380 Nanometern, genau in dem Bereich, in dem die DNA-Reparatur (Photorepair) arbeitet. Sie stören also einen Lichtprozess in der Zelle.

Daraus folgte die Frage, ob Zellen selbst Licht abgeben. 1974 baute sein Doktorand Bernhard Ruth einen Photomultiplier-Aufbau, der einzelne Photonen aus biologischem Gewebe registrieren konnte. Die Messungen an Gurkenkeimlingen zeigten eine schwache, aber eindeutige Emission. Popp nannte sie Biophotonen.

1980 endete seine Anstellung in Marburg; die genauen Umstände sind nie öffentlich geklärt worden, Popp selbst sprach von Widerstand gegen seine Interpretation. Er arbeitete danach in Kaiserslautern, am Zentrum für Krebsforschung in Heidelberg und ab 1996 im Internationalen Institut für Biophysik (IIB) in Neuss, das er gründete und bis zu seinem Tod am 4. August 2018 leitete.

Werk

Nachweis und Charakterisierung. Popp zeigte, dass die Emission nicht auf Wärmestrahlung oder chemische Lumineszenz im engen Sinn zurückgeht, dass sie über das ganze sichtbare und nahe UV-Spektrum verteilt ist und dass sie sich mit dem Zustand des Organismus verändert: Sterbende Zellen strahlen kurz stark, dann gar nicht mehr; gestresste Zellen strahlen mehr als ruhende.

Die DNA als Quelle. Mit Ethidiumbromid, das sich in die DNA einlagert und ihre Struktur verändert, ließ sich die Emission gezielt beeinflussen. Popp schloss daraus, dass die DNA der Hauptspeicher und Sender ist.

Kohärenz. Popps weitreichendste Behauptung: Die Photonen aus lebenden Zellen zeigen statistische Eigenschaften, die auf Kohärenz hindeuten, also auf geordnete, laserartige Strahlung. Daraus folgt die Biophotonentheorie: Ein kohärentes Lichtfeld durchzieht den Organismus, verbindet Zellen, Gewebe und Organe und steuert Wachstum, Differenzierung und Regeneration. Diese Theorie ist der Grund, warum Popp in der Biophysik umstritten und in der Bewusstseinsforschung geschätzt wird.

Anwendungen. Lebensmittelqualität, Wasserqualität, Umweltmonitoring, Zelldiagnostik: Popp und das IIB entwickelten Messverfahren, die in einzelnen Laboren und bei Kooperationspartnern in Asien genutzt werden.

Rezeption

In der Biophysik gilt die Messung ultraschwacher Photonenemission heute als Standardtechnik; die Fachliteratur spricht meist von ultraweak photon emission (UPE), um sich von Popps Theorie abzugrenzen. Die Kohärenz-Behauptung ist nicht unabhängig bestätigt; die meisten Forscher erklären die Emission als Nebenprodukt oxidativer Prozesse ohne Steuerfunktion.

Außerhalb der Fachwelt wurde Popp zu einer Ikone: Marco Bischofs Buch „Biophotonen. Das Licht in unseren Zellen” machte ihn 1995 einem breiten Publikum bekannt, Zeitschriften und Fernsehen griffen das Thema auf, Anbieter von „Biophotonen-Therapien” beriefen sich auf ihn. Popp hat sich zu Lebzeiten mehrfach von Geräten und Heilversprechen distanziert, die seinen Namen nutzten.

Was bleibt

Popp hat ein Phänomen, das seit 1923 bekannt war und vergessen wurde, mit moderner Technik wieder messbar gemacht und eine Forschungsrichtung begründet. Seine Theorie geht weiter, als die Daten tragen. Beides gleichzeitig zu sagen, ist die redlichste Würdigung. Für die transpersonale Psychologie ist er interessant, weil er eine physikalische Sprache für das „innere Licht” angeboten hat, von dem mystische Erfahrungsberichte seit Jahrhunderten sprechen. Was Licht dagegen medizinisch belegt bewirkt, steht unter Lichttherapie.

Häufige Fragen

War Fritz-Albert Popp ein anerkannter Wissenschaftler?

Seine Messungen zur ultraschwachen Photonenemission sind in Fachzeitschriften publiziert und wurden weltweit repliziert. Seine weitergehende Theorie (kohärentes Lichtfeld als Steuerinstanz) fand in der Biophysik keine breite Anerkennung; die Universität Kaiserslautern beendete 1980 seine Anstellung, ohne dass die Gründe je offiziell benannt wurden.

Hat Popp die Biophotonen entdeckt?

Nein. Alexander Gurwitsch beschrieb das Phänomen 1923 als mitogenetische Strahlung. Popp wies es 1974 mit moderner Photomultiplier-Technik nach, zeigte den Zusammenhang mit der DNA und prägte den Begriff. Die Entdeckung ist Gurwitschs, der Nachweis und die Theorie sind Popps.

Was hat Popp mit Lebensmitteln zu tun?

Er entwickelte in den 1990er Jahren die Idee, Lebensmittelqualität über die Biophotonenemission zu messen: Frische Eier, biologisch angebautes Gemüse und unbehandeltes Getreide zeigten in seinen Messungen andere Emissionsmuster als industriell erzeugte. Das Buch „Die Botschaft der Nahrung“ (1999) fasst das zusammen. Die Methode wird in einzelnen Laboren genutzt, ist aber kein Standardverfahren.

Quellen

  • Popp, Fritz-Albert: Biologie des Lichts. Grundlagen der ultraschwachen Zellstrahlung. Parey, Berlin 1984.
  • Popp, Fritz-Albert; Ruth, Bernhard et al.: Emission of visible and ultraviolet radiation by active biological systems. Collective Phenomena 3 (1981).
  • Popp, Fritz-Albert: Die Botschaft der Nahrung. Unsere Lebensmittel in neuer Sicht. Fischer, Frankfurt 1999.
  • Bischof, Marco: Biophotonen. Das Licht in unseren Zellen. Zweitausendeins, Frankfurt 1995.
  • International Institute of Biophysics, Neuss: Nachruf auf Fritz-Albert Popp, 2018.

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